Die Sulmtalbahn

Leibnitz und Wies, nachdem im Frühjahr 1977 die letzten Schienen demontiert wurden, an Hand des Bahnkörpers verfolgen. Heute ist der ehemalige  Bahngrund verkauft und teilweise als Biotop revitalisiert. Nur einzelne Bauteile, wie Brücken oder Bahnhöfe werden von Eisenbahnfreunden weiter in Stand gehalten.
Der Spatenstich für die 24,7 km lange Strecke erfolgte am 11. März 1906 in Leibnitz. Später wurde die Bahn durch Einbindung in die Strecke Wies – Eibiswald erweitert. Nach der Eröffnung  am 13. Oktober 1907, verübten Eisenbahngegner eine Reihe von Anschlägen. So auch am 16. Juli 1909 in der Nähe von Heimschuh. Die Schienen wurden mit Eisentraversen blockiert, sodass die Lokomotive und drei Waggons über die Böschung stürzten und einige Personen verletzt wurden. Bis zu ihrer Einstellung im Jahr 1967 blieb die Sulmtalbahn nicht nur im Personenverkehr, sondern auch bei der Güterbeförderung ein wichtiger Wirtschaftsfaktor in der Region. Die enorme Steigerung des Individualverkehrs war dann schließlich der Anfang vom Ende dieser beliebten Bahn durch das Sulmtal.

s’ Liad von der Sulmtalbahn


mündlich überliefert nach Texten des Gründerpfarrers von Heimschuh, Franz Schuster

Columbus hat die Wölt entdeckt, is g’segeltn mit an Schiff!
Durch’s Sulmtal, da fahr’n greane Wag’n, vorn is a Lok’motiv!

Die Sulmtalbahn is kloa’ beinond, hat nur a schmales Gleis.
Sie hättens gern wohl broater g’mocht, do war zu hoach der Preis!

Wüllst wissen, was die Farb bedeut, mit der all’s g’strich’n is?
Die greane Farb, de sagt zu dir: „I hoff’ es geht bis Wies!“

Wann dann der Zug erst ang’fahrn kommt, als echte Eisenbahn,
dann sag i: „Liaber Sulmtaler! Pass auf! Hiaz gemmas an!“

Der Zug, der schnauft ganz schwa’ daher, kommt langsam nur voran,
dass jeder nebstbei unter’n Fahr’n glei’ Blumen brock’n kann!

Und praktisch is all’s eingericht. Bei jeder Bahnstation,
da haben’s a kloanes Kast’l g’macht, des hoaßt ma Telefon!

Ganz sinnvoll is des dann a g’wen, dass Männer ang’stöllt send.
Wal wann des lauter Weibers wärn, hätt’s Tratschen gar koa End!

In Leibnitz geht die Fahrt dann los, bis Kaindorf dann zur Noat!
Dort hat’s amol an Unfall geb’n, zan Glück wor koana toat!

An Engländer hat’s da derwischt, der is dort mit sein’ Wag’n
in an Waggon wohl einikracht, hat si’ fast überschlag’n!

Der Zug fahrt über Sülberberg, bleibt a in Hoamschuach steh’n.
Er stinkt, er racht, si’s alles schwarz, du kannst fast nix mehr seh’n!

Dort neb’n da Sulm laft’s Wagerl grad, vorn is a mord’s Maschin’
boa, wenn der Zug dort umfall’n tat, dann war’n ma alle hin!

Und heut, da find’st koan Bahnhof mehr, die Gleis san olle fort!
Es tuat ma load, sie dampft net mehr, fahr’n Auto nur mehr dort!