Gemeindechronik

Das Heimschuher Becken, durch die Erosion der Sulm s�dlich vom Sausal entstanden, war in der Fr�hzeit eine unfruchtbare Aulandschaft mit h�ufigem Hochwasser. Es eignete sich kaum f�r Siedlungst�tigkeiten und so fanden sich erste Reste einer Besiedelung durch die Illyrer auf dem K�nigsberg westlich des Ortes. Von hier aus �berblickt man den gesamten mittelsteirischen Raum bis zu den Vulkankegeln von Straden und Gleichenberg und bis dorthin reichte  wahrscheinlich der Machtbereich der Sulmtaler Gauf�rsten, deren Wohnsitz auf dem Burgstallkogel bei Gro�klein lag.

Der Ort Heimschuh selbst liegt zwischen zwei nat�rlichen Talsperren. Im Osten ist dies der Seggauberg, auf dem die Bischofsburg Leibnitz, heute das Schloss Seggau liegt. Den westlichen Abschluss bildet der Nestelberg und der K�nigsberg. Am Rande dieses Beckens verlief als wichtige Verkehrsverbindung eine R�merstra�e, die am S�drand des Heimschuher Beckens westw�rts f�hrte. Sie verband einserseits Flavia Solva mit der Provonzhauptstadt Virunum und f�hrte andererseits �ber den Radlpass ins Drautal.

Zahlreiche Funde, unter anderem Marmorquader als Reste eines r�mischen Hauses beim Anwesen Trummer oder mehrere Grabh�gel (Tumuli) im Wald des Besitzers Josef Wagner vlg. Hofer, aber auch andere Anhaltspunkte im Gel�nde beweisen den Verlauf dieser Stra�e s�dlich des K�nigsberges.

Die urkundlich belegbare Geschichte begann vor mehr als 1000 Jahren, als der Deutsche K�nig Otto I. (936 � 973) seine Besitzt�mer zwischen Sulm und La�nitz und vom Murtal bis zur Koralpe dem Erzbistum Salzburg schenkte.

Die erste Nennung des Ortes f�llt in die Zeit, als die Steiermark noch nicht bestand und das Sulmtal zur Karantanischen Mark geh�rte. Das K�rntner Grafengeschlecht der Heunburger, deren Stammburg die Heunburg, die sp�tere Heimburg war, wirkte �ber den Radlpass bis ins Sulmtal. Einer von ihnen, n�mlich Gunther, letzter Markgraf an der Sann, d�rfte im 11. Jahrhundert den Ort  gegr�ndet haben.

Am 14. Mai 1144 wird n�mlich der Name Heimschuh erstmalig in einer Urkunde erw�hnt: in  marchia apud hempsach �. In dieser Zeit sicherte eine Wehranlage am K�nigsberg die vorbeif�hrenden Verkehrswege. Reste dieser Wehranlage sind heute noch unter dem Namen �Hoferlippen-Waldschloss� bekannt. Funde wie ein Schl�ssel und mehrere Pfeilspitzen sind eindeutig dieser Zeit zuzurechnen. Im Zuge eines Rechtsstreites zwischen Admont und dem Bistum Gurk gibt es um etwa wieder eine Namensnennung: �apud Heimtsach sub urbe Libniz.

1256 wird der Ort Haymschach genannt. Die zweite Silbe des Namens kommt wahrscheinlich vom mittelhochdeutschen �Schachen�, was soviel wie �kleiner Wald� bedeutet und sich auch in anderen Ortsnamen der Umgebung findet.

Von 1381 bis 1453 ist ein Adelsgeschlecht nachweisbar, das sich nach dem Ort benennt. Es beginnt mit Fritczel von Haimtschach und endet mit Sigmund Haimtschacher. Die gegenw�rtige Schreibung des Ortsnamens geht auf den ersten Grundkataster im 18. Jahrhundert zur�ck. Bei der Niederschrift verstand man die bajuvarischen Zwielaute nicht und so wurde aus dem gesprochenen Haimschach ein geschriebenes Heimschuch.

Im Jahr 1870 verwendete der Ortsschulrat der Gemeinde noch einen Stempel mit der Ortsbezeichnung Heimschuch. Erst Jahre sp�ter wurde daraus das heutige Heimschuh.

Durch Regulierungsarbeiten an der Sulm wurde aus der vorher h�ufig �berschwemmten Aulandschaft fruchtbares Ackerland, das die Siedlungst�tigkeit beg�nstigte. So entstand neben dem alten Ortsteil �Kleinheimschuh� in der Ebene der Ort �Gro�heimschuh�. Auch der Verlauf der Stra�en �nderte sich und machte dadurch den wirtschaftlichen Aufschwung der Gemeinde m�glich.

Nach der Bauernbefreiung im Revolutionsjahr 1848 und dem Sturz Metternichs wurde in Graz ein provisorischer Landtag gew�hlt, der sich aus Vertretern des Grundbesitzes, dem B�rgertum und dem Bauernstand zusammensetzte. Bald entstanden die Bezirkshauptmannschaften als Beh�rden erster Instanz und in allen Orten wurden B�rgermeister gew�hlt.

So wurde im Jahr 1850 Erzherzog Johann der erste B�rgermeister in Stainz.
In Heimschuh waren folgende Gemeindevorsteher in der Funktion des B�rgermeisters t�tig: Karl Hartlieb, Christian Tertinegg vlg Schinner, Alois Reich vlg. Zackenannerl und Johann Kainz vlg. Stumpf.

Durch die Gemeindezusammenlegung 1967 wurden die Gemeinden Nestelberg und Teile der Gemeinde Fahrenbach zur Gro�gemeinde Heimschuh vereinigt die nun 1800 ha umfasst und etwa 2000 Einwohner hat. Seit dieser Zeit trugen Alfred Trummer vlg. Roggam, Gerhard Hartlieb und Siegfried Innerhofer als B�rgermeister politische Verantwortung.