Flächendeckende Adressvereinheitlichung

(Foto: W. Fischer)
(Foto: W. Fischer)

Hier finden Sie die beiden Begleitschreiben zur Adressvereinheitlichung inkl. Checkliste:

Begleitschreiben-Hausnummernausgabe Oktober 2015 als PDF herunterladen >>

Begleitschreiben-Checkliste-Adressenänderung als PDF herunterladen >>

Aktuelle Ortspläne hier als PDF herunterladen >>

 

Ein Großteil der steirischen Gemeinden haben kein einheitliches Adress- bzw. Hausnummernsystem. Das gilt auch für unsere Gemeinde. Tatsache ist, dass es im Gemeindegebiet von Heimschuh nur fünf Straßenbezeichnungen gibt und daher derzeit die Hausnummern für jede Katastralgemeinde bzw. für jeden Ortsteil aufsteigend vergeben werden.

Mit dieser absolut veralteten Hausnummernvergabe sind viele Probleme verbunden. Das Fehlen von Straßenbezeichnungen bzw. Ortsplänen hat zur Folge, dass es nicht nur für die unmittelbar Betroffenen, sondern auch für Gäste, Zusteller und vor allem Einsatzorganisationen wie Rettung oder Feuerwehr oft sehr schwierig ist, eine gesuchte Adresse zu finden. Zusätzlich wird die Suche auch durch die Tatsache erschwert, dass die Hausnummern auch keinem einheitlichen System zuzuordnen sind. Daher kommt es immer wieder vor, dass in einem Straßenzug neben einer niedrigen auch eine sehr hohe Hausnummer zu finden ist.

Daher hat der Gemeinderat bereits im Vorjahr einstimmig beschlossen, ein Adressvereinheitlichungs- und Hausnummerierungsverfahren durchzuführen und die dafür notwendigen Schritte einzuleiten. Die Kosten für dieses Projekt werden ungefähr € 35.000,- bis € 40.000,- betragen.

Mit der Projektbegleitung wurde das Ingenieurbüro Pilz GmbH. & Partner Co KG aus Straß beauftragt. Das Ingenieurbüro Pilz GmbH. hat bereits viele Gemeinden bei der Adressenumstellung sowie beim gesamten Ablauf und den dazugehörigen Vorarbeiten betreut. Vor Kurzem fanden zu diesem Thema zwei Bürgerinformationsveranstaltungen statt. Dabei wurde die bisher geleistete Arbeit vorgestellt und die interessierten Zuhörer über die weiteren Schritte, die im Rahmen der Erarbeitung und Umsetzung dieses Projektes gesetzt werden, informiert.

Für alle jene, die bei einer dieser Veranstaltungen nicht anwesend sein konnten, hier eine Zusammenfassung:
In einem einleitenden Referat erläuterte Herr Ing. Pilz, dessen Büro mit der Adressenumstellung betraut worden war, nochmals die Problematik fehlender Straßenbezeichnungen und die unstrukturierte Hausnummernvergabe.
Die bisherige Vergabe erfolgte aufsteigend, nach baurechtlichen Aspekten. Um dieses „Durcheinander“ zu beenden, hat sich die Gemeinde für eine flächendeckende Adressvereinheitlichung nach Aspekten eines Verkehrsleitsystems mit einer durchgehenden Bezeichnung aller relevanten Straßen und Wege sowie mit fortlaufender aufsteigender Hausnummernvergabe entschieden.
Aus diesem Grund müssen Wege und Straßen mit Straßennamen versehen werden. Zum Namenskonzept für die Straßen in der Gemeinde Heimschuh ist anzumerken, dass der Straßenbezeichnungsplan in seiner an diesen Informationsabenden präsentierten Form, ein Vorschlag war, der noch nicht endgültig ist. Ganz im Gegenteil: Bis Ende August haben Sie die Möglichkeit, entsprechende Vorschläge mündlich oder schriftlich im Gemeindeamt vorzubringen. Allerdings sollte hier in erster Linie bestmöglich auf historisch verbürgte Namensgebung zurückgegriffen werden. Dabei ist die grundsätzliche Zuordnung der Straßen in sogenannte „Sammelstraßen“ und „Siedlungswege“ wesentlich.
Als Sammelstraßen werden Straßen mit Sammelcharakter und Verbindungsfunktion bezeichnet. Siedlungswege hingegen sind Straßen und Wege zur Anbindung von Häusergruppen und Gehöften, von Betrieben und sonstigen bedeutsamen Zielen (mit den Endungen „-weg“, „-gasse“ oder „-Siedlung“.
Um das Straßenbezeichnungssystem übersichtlich und kompakt zu halten, werden die Zufahrten zu einzelnen Anwesen bzw. Gehöften keinen eigenen Straßennamen erhalten, sondern dem anliegenden Straßenzug zugeordnet werden (Situierung einer Hinweistafel „Zufahrt zu Haus Nr.     “).
Die Sammelstraßen, die nach Aspekten eines Verkehrsleitsystems zugeordnet werden, stellen zentrale Achsen dar und sind mit Namensgebung beifügend in einer Graphik dargestellt.

Um ein einheitliches Bild im Gemeindegebiet zu schaffen und um die Straßennamen vor Ort zu kennzeichnen, ist vorgesehen, die Straßen mit Straßenbezeichnungstafeln zu versehen, wobei sich diese wie folgt zusammensetzen:

Am linken oberen Teil wird der Gemeindename, im zentralen oberen Teil das Gemeindewappen (Variante 2 = seitlich links) und im rechten oberen Teil der Name der Katastralgemeinde ersichtlich sein. Der Straßenname selbst wird in größerer Schrift im zentralen unteren Teil platziert. Im Rahmen der Präsentation wurde sowohl die Variante in rot sowie auch in grün vorgestellt.
Ergänzend zu den Straßenbezeichnungen werden auch fortlaufende logisch strukturierte Hausnummern vergeben, wobei diese vom Ortszentrum bzw. bei Erschließungsstraßen ab Abzweigung von Sammelstraßen von dieser aus aufsteigend nummeriert werden.

Nach diesem System werden auf der linken Straßenseite die ungeraden und auf der rechten Straßenseite die geraden Hausnummern angeordnet.

Mustertafeln zu den Hausnummern:

Ausführung rot
Ausführung rot
Ausführung grün
Ausführung grün

Sobald die endgültigen Straßenbezeichnungen feststehen, und darauf aufbauend die Hausnummern unter Berücksichtigung der Raumplanung zugeordnet werden, ist als nächster und abschließender Schritt die Umstellung auf die neue Adresse geplant. Verbunden mit einer neuen Adresse kommen natürlich auch einige Änderungen auf uns alle zu.
Damit eine möglichst reibungslose Umstellung durchgeführt werden kann, laufen die Vorbereitungsarbeiten bereits auf Hochtouren. Dabei wird versucht, dass von der Gemeinde bzw. von der Ingenieurbüro Pilz GmbH & Partner Co KG möglichst viele Behörden und Institutionen mittels Sammelantrag (zB Finanzamt, Post AG, Grundbuch, Leitungsträger, Einsatzorganisationen, GPS-Firmen, usw.) darüber in Kenntnis gesetzt werden, damit von der Bevölkerung nur mehr vereinzelte individuelle Änderungsmitteilungen (zB Versicherungen, Zeitungsabonnements, Bankangelegenheiten usw.) durchzuführen sind. Eine genaue Auflistung mit den Änderungen werden wir rechtzeitig mittels Aussendung bekannt geben. Diese Auflistung wird dann auch im Gemeindeamt zusätzlich aufliegen bzw. auf der Homepage der Gemeinde abrufbar sein.

Dokumente wie Führerschein, Reisepass und Personalausweise sind, wie vielfach befürchtet, nicht zu ändern!

Diese Adressumstellung ist nicht nur für die Gemeinde, sondern für uns alle eine Herausforderung. Ein so großes Projekt muss gut durchdacht sein, verlangt die kreative Mitarbeit der gesamten Bevölkerung und stellt, ob seiner Wichtigkeit ein „Jahrhundertprojekt“ dar. Haben sie den Mut, ihre Vorschläge in der Gemeinde vorzubringen, damit die Einmaligkeit der aus dem historischen Namensgut der Gemeinde entstandenen Wegbezeichnungen erhalten bleibt. Denn eines ist sicher: So genannte „Panoramawege“ gibt es überall, nicht nur in der Steiermark und eine solche Wegbezeichnung trägt sicherlich nicht zu der von allen gewünschten besseren Orientierung bei.
Trotzdem sind wir zuversichtlich, dass wir dieses umfangreiche Projekt gemeinsam erfolgreich abschließen werden.
Selbstverständlich sind Sie eingeladen, sich auch weiterhin zu diesem Thema einzubringen. Wir sind für Anregungen sowie Vorschläge dankbar und auch sonst an Ihrer Meinung interessiert. Gesammelt und koordiniert werden alle diese Beiträge bis Ende August dieses Jahres im Gemeindeamt. Weitere Informationen erhalten Sie im Gemeindeamt.